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Ankündigung: "Gretchen 89ff" ab März 2018

Freitag, 09.03.2018, 20:00 Uhr

Samstag, 10.03.2018, 20:00 Uhr
Samstag, 17.03.2018, 20:00 Uhr

Freitag, 13.04.2018, 20:00 Uhr

Samstag, 14.04.2018, 20:00 Uhr

 

 


„Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles!“ Faust I, Reclamheft, Seite 89 folgende.
Hier findet sich die berühmte, unter der Bezeichnung „Kästchenszene“ in die deutsche Theatergeschichte eingegangene Passage. Eine der Schlüsselszenen von Goethes Schicksalsstoff, auf deren „richtige“ Interpretation der gewogene Theatergänger in jeder Inszenierung aufs Neue hofft. Was aber bedeutet schon „richtig“? Schließlich sind Stücke stets eine Sache der Auslegung und selbst die göttlichste Tragödie wird doch immer nur von Menschen gemacht. Besser gesagt, von Theatermenschen. Was die Sache zusätzlich verkompliziert. Denn so liegt die Interpretation eines Stückes allein in der Verantwortung der beiden größten Angstgegner: Regie und Schauspiel.

 

Was aber passiert, wenn Goethes Klassiker in die Hände extrem exzentrischer Naturen gelangt? Von Archetypen, die seit jeher unsere klischeehafte Vorstellungswelt des Theaterschaffens besiedeln? Sei es die zickige Diva, die hyperintellektuelle Dramaturgin, der sexbesessene Psychologe, der notorische Streicher, der Schmerzensmensch, das Theater-Urgestein, die Anfängerin und ähnlich schräge Gestalten im kunterbunten Panoptikum der Bühnenkunst?

 

Dies beleuchtet Lutz Hübner („Frau Müller muss weg“), der nach Goethe und Shakespeare meist gespielte Autor an deutschen Theatern, in seiner mit treffendem Wortwitz gespickten, pointierten Komödie. In unterhaltsamen, immer wieder wechselnden Versuchsanordnungen treffen hier die skurrilsten Gestalten der Theaterlandschaft aufeinander, stets auf der Suche nach ihrer ganz persönlichen Auslegung des berühmten Theaterstoffes. Ein zugleich urkomischer wie sezierend ehrlicher, aber auch liebevoller Blick hinter die Kulissen, auf die Probenbühnen der Provinz, mitten hinein ins Herz der dort täglich ihren Lauf nehmenden, turbulenten Schöpfungsgeschichten. Und dabei zeigt er uns ganz nebenbei auf äußerst amüsante Weise, wie Theater funktioniert - oder eben auch nicht.


es spielen: Karina Schiwietz, Philipp W. Wilhelm

Regie: René Rothe

 

Ausstattung: Florian Adelon

Eine Produktion des ensemble-lavie.de