Filmrezension: "Starry Eyes"

Hollywood meets „Martyrs“ meets „Rosemary’s Baby“ meets „Sunset Boulevard“ meets „Frankenstein“ meets „Dracula“ meets „Metropolis“.

Was bist Du bereit aufzugeben, um Dich zu verwirklichen?

Diese Frage zieht der gerade vor zwei Stunden auf Netflix erschienene Horror-Film konsequent durch.

Sarah, erfolglose Schauspieler Schrägstrich Kellnerin in Hollywood träumt wie ihre erfolglosen Schauspieler-Freunde von der großen Karriere.

In ihrem Job als Fastfood-Kellnerin findet sie nicht die Erfüllung. 
Als sie an einem Vorsprechen für die Produktionsfirma Astraeus Picturesteilnimmt und es in die zweite Runde schafft, öffnen sich plötzlich Tore, die sie in eine komplett andere Welt hineinkatapultieren.

Mehr darf man über die Handlung nicht schreiben, denn der Ausgang zeichnet sich schon zu Beginn des Streifens ab.
Doch ist die Umsetzung der Materie hier wirklich gelungen.
Im Grunde lässt er sich als bittere Verbeugung vor „Sunset Boulevard“ und den Größen der Horrorfilm-Szene beschreiben und bildet in teilweise extrem krass-exzessiven Bildern die allzu bekannte Sehnsucht nach Ruhm ab.

Die schauspielerische Leistung von Alexandra Essoe in der Titelrolle der „Sarah“ ist beachtlich. Ihre Wandlung vom selbstzerstörerischen, unzufriedenen Mädchen zu dem, was sie am Ende ist, jagt einem Schauer über den Rücken.

Auf Netflix ohne jegliche FSK-Kennzeichnung zu finden, ist bedenklich. Die Brutalität des Films ist stellenweise nicht zu verachten.

Die Frage, wie weit man gehen würde, um berühmt zu werden, muss jeder für sich beantworten. Ein Denkanstoß, bzw. vielmehr ein Denk*abstoß* ist „Starry Eyes“ allemal.

Regisseure Kevin Kölsch und Dennis Widmyer haben mit diesem (Horror?-)Film der Traumfabrik Hollywood ein fragwürdiges Denkmal gesetzt.
Sie beschreiben ihr Baby am besten durch ein Zitat aus ihrem Film:

„Es ist ein Horrorfilm - eine Liebeserklärung an diese Stadt“

Abschließend lässt sich sagen, dass „Starry Eyes“ für alle, die mit sich und ihrem Leben unzufrieden sind, ein universeller Schlag in die Magengrube ist.
Die Forderung (an sich selbst) „Wenn, dann aber richtig“ wird hier bis zum bitteren Ende konsequent durchgezogen.

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